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Der Schlüssel des Toten brachte Sebastians Familie zum Schweigen / Chapter 2 / 7

Chapter 2 — Der Schlüssel des Toten brachte Sebastians Familie zum Schweigen

4.9Editorial score

„Er trägt einen schwarzen Mantel.

Er hat gefragt, ob du einen kleinen goldenen Schlüssel hast.“

Marinas Blick glitt zu dem Messingstück in ihrer Hand.

„Ist Mama bei dir?“

„Sie schläft.

Der Mann sagt, er will nur reden.“

„Hör mir genau zu.

Schließ die Wohnungstür ab.

Geh nicht ans Fenster.

Ruf die Polizei.“

Julian bewegte sich plötzlich zur Tür und drehte den Schlüssel im Schloss.

„Niemand ruft irgendwen an“, sagte er.

Sebastian starrte ihn an.

„Was tust du da?“

Julian steckte den Zimmerschlüssel ein.

„Ich verhindere, dass eine Fremde unsere Familie zerstört.“

Marina hielt das Telefon noch am Ohr.

„Matthew, geh ins Badezimmer und schließ ab.

Sofort.“

„Marina?“

„Ich komme zu dir.

Aber du musst jetzt tun, was ich sage.“

Sie beendete das Gespräch und wählte den Notruf.

Julian schlug ihr das Telefon aus der Hand.

Es fiel auf den Boden.

Sebastian packte seinen Bruder am Handgelenk.

„Fass sie nie wieder an.“

Julian lachte bitter.

„Jetzt spielst du den Helden?

Vor vier Tagen hast du sie im Regen sitzen lassen.“

Sebastian erstarrte.

Marina hob langsam ihr Telefon auf.

Ihr Display war gesprungen, funktionierte aber noch.

Alicias Augen verengten sich.

„Ihr kennt euch?“

„Nicht wirklich“, sagte Marina.

Die Ruhe in ihrer Stimme traf Sebastian härter als jeder Vorwurf.

Er wandte sich an den Arzt.

„Alarmieren Sie die Sicherheit.

Und die Polizei.

Jemand bedroht ihren Bruder.“

Der Arzt drückte den Notfallknopf an der Wand.

Julian ging einen Schritt zurück.

„Das ist ein Missverständnis.“

„Du hast gerade versucht, einen Notruf zu verhindern“, sagte Sebastian.

„Weil sie lügt.“

„Woher wusstest du überhaupt, dass jemand nach dem Schlüssel sucht?“

Julian schwieg.

Der Raum veränderte sich.

Zum ersten Mal wirkte nicht Marina wie die Außenseiterin.

Julian war es, der plötzlich keinen sicheren Platz mehr fand.

Zwei Sicherheitsbeamte öffneten die Tür von außen.

Hinter ihnen erschienen Polizisten, die bereits wegen Ernests ungeklärten Todes ins Krankenhaus gerufen worden waren.

Marina gab die Adresse ihrer Wohnung an.

Eine Streife wurde nach Brooklyn geschickt.

Dann reichte sie dem leitenden Beamten den Messingschlüssel.