Einer der Polizisten sah meine Wange, dann die Scherben und schließlich Jackson an.
“Wer hat sie verletzt?”
Niemand antwortete.
Nicht Genesis.
Nicht ihr Mann.
Nicht die Verwandten, die alles gesehen hatten.
Der Beamte wiederholte die Frage.
Melissa hob langsam die Hand.
“Mein Bruder”, sagte sie.
Jackson fuhr zu ihr herum.
“Halt den Mund.”
Der zweite Beamte stellte sich sofort zwischen uns.
“Sie treten zurück.
Jetzt.”
Jackson gehorchte, doch sein Blick blieb auf seiner Schwester liegen.
Melissa begann zu zittern.
“Er hat den Teller genommen und sie damit geschlagen.
Sie hatte ihn nicht berührt.
Sie wollte nur gehen.”
Genesis schüttelte heftig den Kopf.
“Es war ein Unfall.
Der Teller ist ihm aus der Hand gerutscht.”
“Nein”, sagte Melissa.
Das Wort war kaum lauter als ein Flüstern, veränderte aber den ganzen Raum.
“Er hat ausgeholt.”
Der erste Beamte bat mich, mich zu setzen.
Ich lehnte ab.
Wenn ich mich jetzt hinsetzte, fürchtete ich, nicht wieder aufzustehen.
Clara stellte ihre Aktentasche auf einen freien Stuhl und zog Einweghandschuhe heraus.
Vorsichtig nahm sie die blaue Mappe an sich.
“Darin befinden sich Kopien”, erklärte sie.
“Die Originaldateien und digitalen Beweise wurden bereits gesichert.”
Jackson lachte nervös.
“Welche Beweise? Eine private E-Mail? Eine alte Urkunde, die nie benutzt wurde? Das ist lächerlich.”
Clara zog das erste Dokument hervor.
Es war der Entwurf zur Übertragung meiner Wohnung auf Genesis.
Mein Name war gedruckt, darunter eine nachgeahmte Unterschrift.
Auf der letzten Seite war ein Feld für einen Notarstempel freigelassen worden.
“Sie können eine Wohnung nicht ohne Notar übertragen”, sagte Jackson.
“Das weiß jeder.
Das Papier bedeutet nichts.”
“Der Entwurf allein wäre möglicherweise nur eine Vorbereitung”, erwiderte Clara.
“Doch Sie haben zusätzlich versucht, einen Termin unter dem Namen Ihrer Frau zu vereinbaren.”
Sie legte einen Ausdruck daneben.
Eine E-Mail an ein Notariat.
Jackson hatte behauptet, ich sei beruflich stark eingespannt und wünsche eine besonders schnelle Abwicklung.
Er hatte um einen Termin gebeten, bei dem angeblich nur noch letzte Details geklärt werden müssten.
Die Antwort des Notariats war eindeutig gewesen: Ich müsse persönlich erscheinen, mich ausweisen und meinen Willen selbst erklären.
Daraufhin hatte Jackson geschrieben, ob eine Vollmacht ausreichen würde.
“Das beweist nichts”, sagte er.
“Wir sind verheiratet.
Wir haben über Möglichkeiten gesprochen.”
“Ich habe nie zugestimmt”, sagte ich.
“Du hast gesagt, du würdest darüber nachdenken.”
“Nein.
Ich habe gesagt, die Wohnung bleibt meine.”