Grant zeigte auf die Urkunde.
„Das macht dich nicht zur Geschäftsfrau.“
Dr.
Stein öffnete eine zweite Mappe.
„Vielleicht möchten Sie dann die Beteiligungsübersicht sehen.“
Sie legte ein mehrseitiges Dokument neben die Urkunde.
Grant wollte es an sich ziehen, doch Dr.
Stein hielt eine Hand darauf.
„Nur ansehen.“
Oben stand der Name Mercer Strategic Holdings.
Darunter waren die Eigentumsverhältnisse aufgeführt.
Eine Gesellschaft namens Hayes Capital Partners hielt einundsechzig Prozent der stimmberechtigten Anteile.
Grant las die Zahl und schüttelte den Kopf.
„Hayes Capital ist ein stiller Investor.“
„Bis gestern“, sagte Dr.
Stein.
„Die Stimmrechtsvollmacht Ihrer Großmutter ist mit ihrem Nachlass erloschen.
Frau Hayes kontrolliert die Anteile nun direkt.“
„Meine Firma gehört mir.“
„Sie besitzen neunundzwanzig Prozent.
Weitere zehn Prozent liegen bei Führungskräften und frühen Investoren.“
Grant sah zu Malcolm.
„Wusstest du das?“
Malcolm antwortete nicht sofort.
Sein Schweigen reichte aus.
Grant schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.
Tessa zuckte zusammen.
„Ihr habt mich hereingelegt.“
„Nein“, sagte Eleanor.
„Meine Großmutter hat dein Unternehmen finanziert, als keine Bank dir noch Geld geben wollte.
Du hast die Verträge unterschrieben.“
Er erinnerte sich offenbar.
Für einen Moment veränderte sich sein Gesicht.
Vor sechs Jahren hatte seine erste Firma kurz vor dem Zusammenbruch gestanden.
Eleanor hatte ihm gesagt, eine kleine Familiengesellschaft könne möglicherweise helfen.
Grant hatte die Finanzierung angenommen und später jedem erzählt, er habe das Unternehmen allein gerettet.
Er hatte die Anhänge der Verträge nie gründlich gelesen.
Er hatte geglaubt, Macht erkenne man an teuren Uhren, lauten Stimmen und Namen an Bürotüren.
Beatrice Hayes hatte ihn glauben lassen, er sei der wichtigste Mann im Raum.
„Das ändert nichts an unserer Ehe“, sagte Grant.
„Oder daran, dass Eleanor psychisch nicht stabil ist.“
Dr.
Stein blickte zu Daniel, dem Nachtportier.
„Herr Ortiz?“
Daniel trat vor.
Er hielt sein Telefon in beiden Händen.
„Herr Mercer hat mich heute Morgen angewiesen, Frau Hayes nicht mehr ins Gebäude zu lassen, sobald sie draußen ist.
Er sagte, ich solle behaupten, sie habe Personal bedroht.“
Grant drehte sich zu ihm um.
„Das habe ich nie gesagt.“
Daniel berührte den Bildschirm.
Grants Stimme erfüllte den Raum.
Sie wird weinen und eine Szene machen.
Lass sie nicht wieder hoch.
Wenn jemand fragt, sagst du, sie war aggressiv.
Das Aufnahmegerät lief weiter.