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Im Medaillon der toten Mutter lag Malcolms schlimmstes Geheimnis / Chapter 2 / 6

Chapter 2 — Im Medaillon der toten Mutter lag Malcolms schlimmstes Geheimnis

4.9Editorial score

Claire sprach weiter.

„Mein Vater glaubt, dass die Villa, die Firma und Noahs Erbe ihm gehören, weil er die Familie nach außen vertritt.

Aber nach dem Tod meines Mannes ging das Vermögen in einen Treuhandfonds für Noah über.

Ich war die Verwalterin.

Mein Vater war nur als Ersatz eingesetzt.“

Der Richter hob die Hand, und der Gerichtsdiener stoppte das Video.

„Mr.

Whitmore“, sagte er, „Sie äußern sich ab jetzt nur noch über Ihren Anwalt.“

Malcolm lachte kurz.

Es klang trocken und fremd.

„Sie behandeln die Worte einer Toten wie ein Urteil.

Claire war krank.

Sie war paranoid.“

Noah stand auf.

„Mom war nicht verrückt.“

Abby drehte sich sofort zu ihm.

„Noah, du musst nichts mehr sagen.“

„Doch.“ Seine Stimme zitterte, aber er setzte sich nicht.

„Er sagt das immer.

Jedes Mal, wenn Mom etwas wusste, sagte er, sie sei krank.“

Der Richter ließ Noah aus dem Saal in ein geschütztes Besprechungszimmer bringen.

Eine Kinderpsychologin und eine Gerichtsbeamtin begleiteten ihn.

Bevor er ging, lief er zu Abby.

Der Gerichtsdiener wollte ihn zurückhalten, doch der Richter nickte.

Noah legte seine Arme um Abbys Schultern.

Wegen der Handschellen konnte sie ihn nicht richtig umarmen.

Sie beugte nur den Kopf an sein Haar.

„Ich hätte früher reden sollen“, flüsterte er.

„Du bist ein Kind“, sagte Abby.

„Die Erwachsenen hätten früher zuhören sollen.“

Nachdem die Tür hinter Noah geschlossen war, ordnete der Richter eine sofortige Unterbrechung des Verfahrens an.

Der Speicherchip wurde versiegelt, kopiert und von einem IT-Sachverständigen geprüft.

Malcolm durfte den Saal nicht verlassen.

Elena Price ging zu Abby hinüber.

Noch am Morgen hatte sie die junge Frau als berechnende Diebin bezeichnet.

Jetzt vermied sie für einen Moment ihren Blick.

„Warum haben Sie uns nichts von dem Chip erzählt?“

Abby sah auf ihre gefesselten Hände.

„Ich wusste nicht, was darauf war.“

„Aber Sie wussten, dass das Medaillon wichtig war.“

„Claire hat Noah kurz vor ihrem Tod gesagt, er solle es niemandem geben.

Nicht einmal mir.

In der Brandnacht drückte er es mir in die Hand, während ich ihn aus dem Zimmer holte.“

„Warum haben Sie geschwiegen, als Malcolm behauptete, Sie hätten es gestohlen?“

Abby hob den Blick.

„Weil er Noah nach dem Feuer allein zu sich nahm.

Er sagte mir im Krankenhaus, wenn ich seine Aussage anzweifle, würde er dafür sorgen, dass ich Noah nie wiedersehe.“

„Das hätte vor Gericht gehört.“

„Mein Pflichtverteidiger hat es erwähnt.

Sie nannten es eine Schutzbehauptung.“

Elena wurde rot.

Abbys Anwältin, Miriam Cole, stellte sich neben sie.

„Meine Mandantin hat außerdem ausgesagt, dass Mr.

Whitmore sie unmittelbar nach der Rettung geschlagen hat.“

Elena sah auf den gelben Fleck an Abbys Wange.

„Er hat Sie geschlagen?“ „Nur einmal“, sagte Abby.