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Oma gab ihr heimlich Tabletten – doch Laya hatte etwas gesehen / Chapter 2 / 7

Chapter 2 — Oma gab ihr heimlich Tabletten – doch Laya hatte etwas gesehen

4.9Editorial score

Dr.

Harding wechselte einen kurzen Blick mit Officer Ramirez.

„Was haben sie über deine Mama gesagt?“, fragte die Polizistin.

„Der Mann sagte, Oma hätte versprochen, dass Papa nie die Briefe bekommt.“

Kevin starrte seine Tochter an.

„Welche Briefe?“

„Die aus Mamas Schublade.“

Laya begann schneller zu atmen.

Dr.

Harding hob sofort die Hand.

„Genug für den Moment.“

Kevin wollte weiterfragen.

Jede Faser in ihm verlangte nach Antworten.

Doch als er Layas verkrampfte Finger sah, zwang er sich zur Ruhe.

Officer Ramirez führte ihn in die Küche.

„Hat Ihre Frau vor ihrem Tod Briefe oder Dokumente bei ihrer Mutter aufbewahrt?“

„Nicht dass ich wüsste.“

„Gab es Streit zwischen Ihrer Frau und Donna?“

Kevin dachte zurück.

Clare hatte ihre Mutter geliebt, aber ihre Beziehung war nie einfach gewesen.

Donna mischte sich ein, kontrollierte, fragte nach Geld und wusste grundsätzlich besser, wie andere zu leben hatten.

In den Monaten vor Clares Tod hatte Clare mehrere Anrufe ihrer Mutter weggedrückt.

Einmal hatte Kevin sie gefragt, was los sei.

„Nichts Neues“, hatte Clare geantwortet.

„Sie will Entscheidungen für uns treffen.“

Damals hatte Kevin nicht nachgehakt.

Nun schämte er sich für jedes Mal, an dem er den Frieden über die Wahrheit gestellt hatte.

„Clare hatte kurz vor dem Unfall Abstand zu ihr“, sagte er.

„Ich weiß aber nicht, warum.“

Officer Ramirez schrieb mit.

„Der Mann mit der roten Jacke könnte wichtig sein.

Ebenso die Briefe.“

Draußen schlug eine Autotür.

Durch das Küchenfenster sah Kevin, wie eine zweite Streife vorfuhr.

Donna stand neben ihrem Wagen, die Arme verschränkt.

Sie wirkte nicht mehr überlegen.

Aber sie wirkte auch nicht gebrochen.

Sie dachte nach.

Sie plante.

Martin Keller kam wenige Minuten später allein nach oben.

Officer Ramirez ließ ihn an der Tür stehen.

„Ich möchte mit Herrn Ward sprechen“, sagte er.

„In meiner Gegenwart“, erwiderte sie.

Keller nickte.

Sein Gesicht war ernst.

„Herr Ward, ich wurde von Frau Halberg beauftragt, einen Antrag auf vorläufige Vormundschaft vorzubereiten.

Sie behauptete, Ihre Tochter zeige nach Aufenthalten bei Ihnen regelmäßig starke Müdigkeit, Verwirrtheit und emotionale Ausbrüche.“

Kevin verstand sofort.

„Die Symptome, die sie selbst verursacht hat.“

„Das scheint möglich.“

„Möglich?“

Keller senkte die Stimme.

„Ich kannte die Medikamente nicht.

Frau Halberg gab an, die Kindergärtnerin und mehrere Nachbarn könnten bestätigen, dass Laya häufig erschöpft wirkte.

Sie stellte es so dar, als seien Vernachlässigung und ein instabiler Tagesablauf die Ursache.“

Kevin musste sich am Küchentisch festhalten.