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Sie bekam die kaputte Hütte, doch Amos hatte eine Akte versteckt / Chapter 2 / 7

Chapter 2 — Sie bekam die kaputte Hütte, doch Amos hatte eine Akte versteckt

4.9Editorial score

„Mr.

Harlan, Sie haben Clara Mae Harlan heute aus dem Haupthaus verwiesen?“

„Ich habe ihr gegeben, was ihr zusteht.“

„Sie haben ihr außerdem angekündigt, sie morgen zur Unterschrift eines Verzichts zu bringen?“

Dean hob beide Hände.

„Das war nur eine Formalität.“

„Eine Formalität“, wiederholte Bell.

„Mit der sie auf Besitzrechte verzichtet hätte, von denen Sie ihr nichts erzählt haben.“

Der Wind legte sich.

Selbst die Hennen waren still.

Claras Gedanken sprangen zurück zu Amos’ letzten Wochen.

Er hatte oft kaum sprechen können.

Manchmal hielt er ihre Hand mit überraschender Kraft.

Einmal hatte er sie angesehen und gesagt: „Die anderen sehen nur, was verrottet.

Du siehst, was noch lebt.“ Sie hatte geglaubt, er meine den Garten.

Die Hühner.

Vielleicht sogar sich selbst.

Bell zog sein Telefon heraus und rief das Notariat in Knoxville an.

Er stellte den Lautsprecher an.

Eine Frauenstimme meldete sich, fest und hell.

„Hier Notariat Whitcomb.“

„Laura, hier Harold Bell.

Ich stehe am Ridge Place mit Clara Mae Harlan.

Sie hält das versiegelte Röhrchen.“

Eine Pause.

Dann sagte die Stimme: „Ist das Siegel ungebrochen?“

Clara sah auf das Wachs.

„Ja.“

„Miss Harlan“, sagte die Frau, „bitte bestätigen Sie: Befinden sich Earl Harlan oder Dean Harlan bei Ihnen?“

Earl stieß ein bitteres Lachen aus.

„Das ist lächerlich.“

Bell sagte: „Beide sind anwesend.“

Die Stimme veränderte sich.

Nicht lauter, aber schärfer.

„Dann öffnen Sie das Röhrchen nur in Gegenwart eines Beamten oder eines Notars.

Amos Harlan hat eine Schutzklausel hinterlegt.“

Mavis schloss die Augen.

Clara hörte es.

Schutzklausel.

Kein freundliches Wort.

Ein Wort, das gebaut war wie eine Tür mit Riegel.

Earl trat dicht an Bell heran.

„Sie waren unser Anwalt.“

„Ich war Amos’ Anwalt“, sagte Bell.

„Und Sie wissen das.“

Dean zeigte auf Clara.

„Sie hat ihn manipuliert.

Sie war Tag und Nacht bei ihm.“

Zum ersten Mal seit dem Morgen lachte Clara.

Es war kein fröhliches Lachen.

Es war klein und scharf.

„Ja“, sagte sie.

„Ich war da.“

Mavis flüsterte: „Clara, bitte mach das nicht hier.“

Clara wandte sich ihr zu.

Die Frau, die zwanzig Jahre lang ihre Arbeit genommen und ihre Dankbarkeit verlangt hatte, sah nun aus wie jemand, der einen Brand riecht, den er selbst gelegt hat.