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Sie planten ihre Einweisung – doch Elena führte längst eine Akte / Chapter 1 / 9

Chapter 1 — Sie planten ihre Einweisung – doch Elena führte längst eine Akte

4.9Editorial score

„Nicht anfassen.“

Mara Königs Stimme war ruhig, aber sie schnitt durch das Esszimmer wie eine Klinge.

Patricia Vale zog ihre Hand vom Kontoauszug zurück.

Ihre perfekt lackierten Finger verharrten einen Moment über dem Papier, bevor sie sie langsam in den Schoß legte.

Adrian stand neben seinem Stuhl, bleich und wütend zugleich.

Auf dem Tisch lagen die Dokumente, mit denen er mich eben noch hatte täuschen wollen: eine angebliche Versicherungsänderung, ein gemeinsames Haushaltskonto und dazwischen die Übertragung meiner Wohnung.

Auf der letzten Seite prangte eine Unterschrift, die meiner täuschend ähnlich sah.

Nur hatte ich sie nie gesetzt.

Mara deutete auf den freien Stuhl am Kopfende.

„Herr Vale, setzen Sie sich.“

„Sie können nicht einfach in unser Haus kommen und uns verhören“, sagte Adrian.

„Es ist mein Haus“, erwiderte ich.

Er sah mich an, als hätte ich ihn geschlagen.

Bis zu diesem Augenblick hatte Adrian offenbar geglaubt, meine Ruhe sei eine Phase.

Ein Schockzustand.

Vielleicht sogar der Beginn jener angeblichen Instabilität, die er und seine Mutter mir später bescheinigen lassen wollten.

Nun verstand er, dass ich nicht zusammengebrochen war.

Ich hatte gearbeitet.

Der IT-Forensiker hinter Mara stellte den versiegelten Koffer auf die Anrichte.

Er hieß Jonas Feld und arbeitete seit Jahren mit unserer Abteilung zusammen.

Sein Blick blieb sachlich, doch ich bemerkte, wie seine Augen kurz an der gefälschten Unterschrift hängen blieben.

Patricia richtete sich auf.

„Das ist eine Familienangelegenheit.“

Mara zog die Abschrift meiner Aufnahme aus der blauen Akte.

„Der geplante Zugriff auf fremdes Vermögen, die Vorbereitung einer falschen Vollmacht und die Absprache, eine Person mit fingierten Symptomen in eine Einrichtung bringen zu lassen, sind keine Familienangelegenheit.“

„Diese Aufnahme ist illegal“, sagte Adrian sofort.

„Das wird später geprüft“, antwortete Mara.

„Heute interessiert mich zunächst, ob Ihre Stimmen darauf zu hören sind.“

Er öffnete den Mund, sagte aber nichts.

Ich sah zu Patricia.

Sie war schneller als ihr Sohn.

Das war sie wahrscheinlich immer gewesen.

„Elena hat offensichtlich eine psychische Krise“, sagte sie.

„Sie missversteht Gespräche, sammelt Papiere und lädt fremde Menschen in ihr Haus ein.

Genau davor hatten wir Angst.“

Da war er.

Der erste Versuch, ihre Geschichte Wirklichkeit werden zu lassen.

Nicht mit Schreien.

Nicht mit Gewalt.

Mit einem fürsorglichen Tonfall und sorgfältig gewählten Worten.

Mara ließ sich nicht beeindrucken.

„Frau Vale, erklären Sie uns bitte dieses Konto.“

Sie drehte den Auszug um.

Kontoinhaber war die Meridian Beratungs GmbH, eine kleine Firma ohne echte Geschäftsräume.

In den vergangenen acht Monaten waren dort Zahlungen von Adrians Geschäftskonto eingegangen.

Kurz danach war Geld an eine Privatklinik und an Dr.

Leonard Weiss weitergeleitet worden.

Patricia betrachtete die Zahlen.

„Ich kenne diese Firma nicht.“

„Interessant“, sagte ich.

„Die Geschäftsadresse gehört einer Immobilie, die Ihnen bis vor drei Jahren gehörte.“

Ihr Blick schoss zu mir.

„Und der Geschäftsführer“, fuhr ich fort, „ist Ihr Cousin Martin.

Zumindest auf dem Papier.

Tatsächlich lebt er seit sechs Jahren in Kanada und hat mir heute Morgen schriftlich bestätigt, dass er von der Firma nichts weiß.“

Adrian setzte sich langsam.