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Sie verspottete seine Berghütte – bis die versiegelte Akte aufging / Chapter 1 / 5

Chapter 1 — Sie verspottete seine Berghütte – bis die versiegelte Akte aufging

4.9Editorial score

»Deva«, sagte unser Vater auf dem Bildschirm, »wenn du neben deinem Bruder stehst, hast du wahrscheinlich schon versucht, ihm das Land abzukaufen, bevor er versteht, was darunter liegt.«

Der Regen schlug gegen die Fenster der Hütte.

Niemand bewegte sich.

Nur der Lüfter des alten Laptops summte auf dem Küchentisch.

Deva stand zwei Schritte hinter mir.

Ihre Wangen waren blass geworden, doch ihre Stimme blieb scharf.

»Das ist absurd.

Er war krank.

Marcus hätte so etwas niemals zulassen dürfen.«

Auf dem Video saß unser Vater genau dort, wo ich jetzt saß.

Seine Schultern wirkten schmaler als früher, aber sein Blick war unverändert.

Patrick Dawson hatte nie laut werden müssen.

Er sprach langsam, als wüsste er, dass jedes Wort später gegen jemanden verwendet werden könnte.

»Die Untersuchung begann vor vier Jahren«, sagte er.

»Bei Arbeiten an der alten Quellfassung fand ein Geologe lithiumhaltiges Gestein.

Ich ließ weitere Proben nehmen.

Die Ergebnisse waren außergewöhnlich.

Nicht sicher genug für öffentliche Behauptungen, aber sicher genug, dass mehrere Unternehmen Interesse zeigten.«

Deva machte einen Schritt zum Laptop.

Ich legte eine Hand auf den Deckel, ohne ihn zu schließen.

»Mach das aus«, sagte sie.

»Nein.«

Onkel Renick stand noch immer vor der Tür.

Der Mann mit der Aktentasche, der sich als Firmenanwalt vorgestellt hatte, vermied plötzlich jeden Blickkontakt.

Unser Vater fuhr fort: »Deva erhielt versehentlich eine frühe Zusammenfassung, als sie Unterlagen aus meinem Büro mitnahm.

Danach versuchte sie dreimal, mich zu einer Übertragung des Grundstücks an Dawson Construction zu bewegen.

Sie sagte, Cassian würde ohnehin alles verkaufen, sobald er zurückkäme.«

Devas Mund öffnete sich.

Kein Ton kam heraus.

Ich erinnerte mich an ihre Worte auf den Stufen in Boston.

Dad habe wahrscheinlich erwartet, dass ich das Land an die Familie zurückverkaufen würde.

Sie hatte nicht geraten.

Sie hatte geplant.

»Die vollständigen Originale liegen bei Marcus Thibodeau«, sagte Dad.

»Die Unterlagen in der Hütte sind Kopien.

Einige Zahlen wurden absichtlich verändert.

Wer versucht, diese Kopien für einen Verkauf oder eine Finanzierung zu verwenden, zeigt damit, dass er sie ohne Erlaubnis genommen hat.«

Der Anwalt neben Deva wurde grau im Gesicht.

»Welche Unterlagen haben Sie für den Vertrag benutzt?«, fragte ich ihn.

Er sah Deva an.

Sie antwortete für ihn.

»Es gibt keinen Vertrag.«

In diesem Moment klingelte ihr Telefon.

Auf dem Display stand der Name von Malcolm Price, dem Vorstandsvorsitzenden von Dawson Construction.

Deva nahm ab und drehte sich halb von uns weg.

»Malcolm, ich bin beschäftigt.«

Seine Stimme war selbst aus der Entfernung zu hören.

Er sprach schnell und laut genug, dass einzelne Wörter durch den Raum schnitten: Kreditgeber.

Grundstück.

Unterschrift.

Offenlegung.

Deva presste das Telefon ans Ohr.

»Welchen Vertrag meinst du?«

Sie wusste genau, welchen Vertrag er meinte.

Unser Vater hob im Video eine rote Mappe.

»Falls Deva das Grundstück bereits im Namen der Firma versprochen hat, soll Cassian den versiegelten Umschlag öffnen.