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Bei ihrer eigenen Beerdigung hörte Elena das Geständnis ihres Mannes / Chapter 2 / 6

Chapter 2 — Bei ihrer eigenen Beerdigung hörte Elena das Geständnis ihres Mannes

4.9Editorial score

„Die Unterschrift meiner Mandantin wurde gefälscht.

Der medizinische Fragebogen ebenfalls.

Der Vertrag enthält eine Zusatzklausel für den gleichzeitigen Tod der Mutter und des ungeborenen Kindes.“

Ein Murmeln ging durch die Kapelle.

Viktors Vater, der in der ersten Reihe saß, erhob sich langsam.

„Du hast mir gesagt, Elena habe diese Versicherung selbst gewollt.“

Viktor drehte sich nicht zu ihm um.

„Das hat sie auch.“

„Nein“, sagte ich.

Meine Stimme war leise, aber sie reichte.

„Ich wusste nichts davon.“

Serena trat einen weiteren Schritt von Viktor weg.

Das selbstzufriedene Lächeln, das sie noch am Sarg getragen hatte, war verschwunden.

Mara zog einen Kontoauszug hervor.

„Drei Wochen vor dem Sturz wurden zwei Millionen Dollar auf ein Auslandskonto überwiesen.

Kontoinhaberin: Serena Vale.“

Serena wurde kreidebleich.

„Ich wusste nicht, woher das Geld kam.“

Viktor fuhr zu ihr herum.

„Sei still.“

„Du hast gesagt, es sei ein Vorschuss.“

„Serena.“

Diesmal war sein Ton nicht laut.

Er war gefährlich ruhig.

Die jüngere Ermittlerin trat näher.

„Fassen Sie sie nicht an.“

Viktor bemerkte erst jetzt, dass seine Finger sich um Serenas Oberarm gelegt hatten.

Er ließ los.

Der Notar öffnete seine Mappe.

„Bevor weitere Maßnahmen erfolgen, muss ein Dokument bestätigt werden.“

Er nahm ein versiegeltes Blatt heraus und reichte es Mara.

Viktor blinzelte.

„Was ist das?“

Mara brach das Siegel.

„Eine Kopie der Treuhandvereinbarung, die Sie vor vier Jahren unterschrieben haben, als Falk Capital Ihr Unternehmen vor der Insolvenz bewahrte.“

Viktors Gesicht veränderte sich.

Hale Dynamics war nach außen sein Lebenswerk.

Tatsächlich war die Firma vier Jahre zuvor beinahe zusammengebrochen.

Viktor hatte mir damals erzählt, ein anonymer Fonds habe investiert.

Er hatte das als Beweis seiner Verhandlungsmacht dargestellt.

Nun begriff ich, wer dieser anonyme Geldgeber gewesen war.

Adrian.

Er hatte mich zu jener Zeit noch nicht gefunden.

Doch sein Fonds hatte Viktors Firma übernommen, weil sie Patente besaß, die zu einem von Adrians Konzernen passten.

Mara las weiter.

„Absatz sieben erlaubt dem Mehrheitsgläubiger, sämtliche Stimmrechte des Geschäftsführers mit sofortiger Wirkung auszusetzen, wenn gegen ihn wegen eines schweren Gewaltverbrechens oder wegen Versicherungsbetrugs ermittelt wird.“

Viktor lachte heiser.

„Eine Ermittlung ist keine Verurteilung.“

„Richtig“, sagte Mara.

„Deshalb ist dies auch keine Strafe.

Es ist eine Schutzmaßnahme.“

Sie legte ein zweites Blatt neben die Police.

„Seit zehn Minuten sind Sie nicht mehr Geschäftsführer von Hale Dynamics.“

Viktor sah zu den Vorstandsmitgliedern.

Niemand hielt seinem Blick stand.

„Ihr könnt das nicht tun.“ Einer der Männer räusperte sich.