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Bei ihrer eigenen Beerdigung hörte Elena das Geständnis ihres Mannes / Chapter 6 / 6

Chapter 6 — Bei ihrer eigenen Beerdigung hörte Elena das Geständnis ihres Mannes

4.9Editorial score

Ich saß in der ersten Reihe und hielt Adrians Hand nicht fest, weil ich Schutz brauchte.

Ich hielt sie fest, weil ich nicht mehr allein sein wollte.

Viktor wurde in zwei Fällen des versuchten Mordes, des schweren Versicherungsbetrugs und der Urkundenfälschung schuldig gesprochen.

Das Gericht verurteilte ihn zu zweiunddreißig Jahren Haft.

Serena erhielt acht Jahre.

Ihre Aussage hatte geholfen, doch sie hatte gewusst, was geschehen sollte, und war gegangen, während ich im Schnee lag.

Die Versicherung zahlte keinen Cent aus.

Hale Dynamics entfernte Viktors Namen aus dem Firmengebäude.

Ein Teil seines Vermögens wurde eingefroren, ein anderer später zur Begleichung von Schadenersatz und Verfahrenskosten verwendet.

Ich nahm die Firma nicht an mich.

Ich wollte nichts besitzen, das mich täglich an ihn erinnerte.

Die Patente wurden verkauft, die Beschäftigten übernommen und ein Fonds für Opfer finanzieller und häuslicher Gewalt eingerichtet.

Adrian bestand darauf, dass der Fonds Leos Namen trug.

Ich bestand darauf, dass auch der Name meiner Mutter aufgenommen wurde.

Ein Jahr nach dem Sturz kehrte ich zur Blackthorn-Klippe zurück.

Nicht bis an den Rand.

Nur bis zu dem Aussichtspunkt, von dem man das Tal sehen konnte.

Leo saß in einer Trage vor Adrians Brust und griff nach seinem Schal.

Er war gesund, laut und voller Leben.

Adrian hatte gelernt, Windeln zu wechseln, obwohl er dabei jedes Mal aussah, als würde er einen komplizierten Geschäftsvertrag entschärfen.

Ich legte meine Hand auf die Narbe an meiner Schläfe.

Lange hatte ich geglaubt, diese Narbe würde immer Viktor gehören.

Ein Zeichen dafür, was er mir angetan hatte.

Doch dort oben verstand ich etwas anderes.

Die Narbe bewies nicht, dass er mich hinuntergestoßen hatte.

Sie bewies, dass ich zurückgekommen war.

Adrian trat neben mich.

„Bereit?“

Ich sah ein letztes Mal auf den verschneiten Hang.

Dann drehte ich mich um.

„Ja“, sagte ich.

Wir gingen gemeinsam zum Wagen, während Leo zwischen uns lachte.