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Der Mafiaboss wählte die vergessene Schwester – wegen einer versiegelten Akte / Chapter 6 / 9

Chapter 6 — Der Mafiaboss wählte die vergessene Schwester – wegen einer versiegelten Akte

4.9Editorial score

“Nach heute Abend wäre alles geregelt gewesen.”

“Wie?”

Diane sah zu Elena.

Da verstand Victoria.

“Ihr wolltet, dass Adrien die Schulden übernimmt.

Und danach wolltet ihr Elenas Trust anfechten.”

Richard sagte: “Wir hätten die Familie gerettet.”

“Welche Familie?”, fragte Victoria.

Niemand antwortete.

Elena blickte auf die versiegelten Unterlagen, den Ring ihrer Großmutter und den gefälschten Namen auf der Vollmacht.

Jahrelang hatte sie geglaubt, ihr Platz am Ende des Tisches sei eine natürliche Ordnung.

Victoria glänzte.

Elena verschwand.

Ihre Eltern entschieden.

Elena akzeptierte.

Nun sah sie, dass diese Ordnung nie natürlich gewesen war.

Sie war konstruiert worden, weil ein unsichtbarer Mensch leichter zu bestehlen war.

Evelyn schob Elena ein weiteres Dokument zu.

“Als Begünstigte können Sie die Verwaltung des Trusts mit sofortiger Wirkung übernehmen.

Aufgrund des Betrugsverdachts kann das Gericht außerdem sämtliche Verfügungen Ihrer Eltern einfrieren.”

Diane hob erschrocken den Kopf.

“Du würdest uns doch nicht aus unserem eigenen Haus werfen.”

Elena sah sie an.

“Vor fünf Minuten hast du mir gesagt, ich hätte morgen kein Zuhause.”

Diane begann zu weinen.

Es waren keine stillen Tränen.

Sie presste eine Hand gegen ihre Brust und suchte mit dem Blick die Gäste, als müsse irgendjemand sie retten.

Früher hätte Elena sofort Schuld empfunden.

Diesmal nicht.

“Ich bin deine Mutter”, sagte Diane.

“Dann hättest du mich wie eine Tochter behandeln sollen.”

Richard wandte sich an Adrien.

“Sie können das verhindern.

Zahlen Sie die Banken aus.

Nehmen Sie das Anwesen als Sicherheit.

Wir finden eine neue Vereinbarung.”

Adrien sah zu Elena.

“Das ist nicht meine Entscheidung.”

Richard folgte seinem Blick.

Zum ersten Mal bat er Elena nicht.

Er versuchte noch immer, sie einzuschüchtern.

“Denk genau nach”, sagte er.

“Ohne unseren Namen bist du niemand.”

Elena stand am Kopfende der Tafel.

Hinter ihr funkelten die Kronleuchter.

Vor ihr saßen zweiundsechzig Menschen, die sie jahrelang kaum wahrgenommen hatten.

Sie legte beide Hände auf den Tisch.

“Der Name gehört auch mir”, sagte sie.

“Aber die Schulden gehören euch.”

Dann wandte sie sich an Evelyn.

“Frieren Sie alle Trustkonten ein.

Kein Geld verlässt das Vermögen ohne meine schriftliche Genehmigung.”

Evelyn nickte.

“Und die Kredite?”, fragte Elena.

“Wir beantragen eine einstweilige Verfügung.

Bei nachgewiesener Fälschung können mehrere Verträge für ungültig erklärt werden.”