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Sophias Pinsel öffnete Ethans jahrelang verschlossene Schatulle / Chapter 5 / 7

Chapter 5 — Sophias Pinsel öffnete Ethans jahrelang verschlossene Schatulle

4.9Editorial score

Die Methode hatte ihn reich gemacht.

Sie hatte ihn auch in ein Haus geführt, in dem zwölf Stühle jeden Abend leer blieben.

„Meine Urteilskraft ist klarer als seit Jahren“, sagte er.

Er schloss die Mappe.

„Die Exklusivverhandlung endet heute.“

Charles blinzelte.

„Wegen eines Kindes mit einem Pinsel?“

„Wegen eines Mannes, der mir gerade gezeigt hat, wie er Menschen behandelt, von denen er nichts braucht.“

Charles stand so abrupt auf, dass sein Stuhl über den Boden schrammte.

„Du wirfst ein Geschäft dieser Größe weg.“

„Nein.

Ich ändere nur den Partner.“

Helen hob langsam ihr Wasserglas, sagte jedoch nichts.

Charles sah zu seiner Frau.

Evelyn erhob sich mit sichtbarer Müdigkeit.

Bevor sie den Raum verließ, blieb sie am Kaminsims stehen und betrachtete das Foto.

„Ihre Mutter?“ fragte sie Ethan.

Er nickte.

Evelyn sah den kleinen Jungen mit dem Schmetterling an und dann den erwachsenen Mann.

„Die Farbe steht Ihnen besser als die Kälte“, sagte sie leise.

Charles rief ihren Namen aus der Eingangshalle.

Sie folgte ihm, ohne sich zu beeilen.

Nach ihrer Abfahrt wurde der Ton des Abends ruhiger.

Helen und Daniel blieben.

Sie sprachen nicht nur über Grundstückswerte und Baukosten, sondern über die Menschen, die in dem geplanten Viertel leben und arbeiten würden.

Helen schlug ein Finanzierungskonsortium vor, das Ethan mehr Kontrolle und weniger Abhängigkeit von einem einzigen Fonds geben würde.

Daniel brachte die Idee einer betrieblichen Kindertagesstätte in einem der Bürogebäude auf.

Normalerweise hätte Ethan für eine solche soziale Einrichtung sofort nach Kosten, Haftung und Flächeneffizienz gefragt.

Diesmal fragte er: „Wie schnell könnten wir sie einplanen?“

Als die Gäste gingen, war es fast zehn Uhr.

Der Regen hatte aufgehört.

Sophia schlief zusammengerollt auf dem Sofa, Noodle unter dem Kinn.

Maria saß daneben und hielt ihre Jacke über das Kind gelegt.

Ethan blieb im Türrahmen stehen.

„Das Abendessen ist vorbei.“

Maria erhob sich vorsichtig.

„Dann gehen wir.“

„Vorher schulde ich Ihnen eine Entschuldigung.“

Sie wartete.

Ethan war es gewohnt, Pressekonferenzen zu führen, Investoren zu überzeugen und Räume voller Gegner zu kontrollieren.

Dennoch fiel ihm dieser Satz schwerer als jede Verhandlung.

„Ich hätte Sie nicht prüfen dürfen.

Sie haben mir keinen Grund gegeben, Ihnen zu misstrauen.

Ich habe meine Erfahrungen benutzt, um Sie für das Verhalten anderer Menschen verantwortlich zu machen.“

Maria sah zu ihrer schlafenden Tochter.

„Menschen sind keine Bewerbungsfragen, Mr.

Cole.“

„Nein.“

„Man findet nicht heraus, wer jemand ist, indem man Fallen stellt.“

„Das lerne ich gerade.“

Sie blickte wieder zu ihm.

„Brauchen Sie mich morgen noch?“

„Ja.

Aber nicht um jeden Preis.“ Ethan erklärte, dass ihre Arbeitszeiten künftig an die Öffnungszeiten von Sophias Betreuung angepasst würden.

Falls die Betreuung erneut ausfiel, durfte Sophia mitkommen, solange bestimmte Räume gesichert blieben.

Maria sollte dieselbe Bezahlung erhalten und nicht länger zwischen ihrer Tochter und ihrer Miete wählen müssen.