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Sophias Pinsel öffnete Ethans jahrelang verschlossene Schatulle / Chapter 7 / 7

Chapter 7 — Sophias Pinsel öffnete Ethans jahrelang verschlossene Schatulle

4.9Editorial score

Er erzählte keinem Magazin davon und ließ keine rührende Firmenkampagne daraus machen.

Aber an manchen Abenden setzte er sich in den kleinen Salon, während Sophia malte und Maria für ihre Prüfungen lernte.

Die Villa war dann nicht mehr vollkommen ruhig.

Es lagen Stifte auf dem Tisch.

Noodle saß manchmal auf einem teuren Samtkissen.

Aus der Küche kam Musik, und gelegentlich klebte ein winziger Fingerabdruck an einem Fenster.

Ethan bemerkte jeden davon.

Er ließ sie trotzdem bis zum nächsten Morgen dort.

Fast ein Jahr nach jenem regnerischen Freitag fand in der Villa erneut ein Geschäftsessen statt.

Diesmal kamen nicht nur Investoren, sondern auch mehrere Mitarbeitende mit ihren Familien.

Die lange Tafel war vollständig besetzt.

Kurz bevor die Gäste eintrafen, erschien Sophia mit einem Pinsel in der Hand.

„Ethan?“

Er beugte sich zu ihr hinunter.

„Ja?“

„Darf ich?“

Sie zeigte auf seine Wange.

Ethan sah zu Maria.

Sie hob warnend eine Braue, lächelte jedoch.

„Nur eine kleine Sonne“, sagte er.

Sophia malte langsam einen gelben Kreis auf seine Haut und setzte mehrere schiefe Strahlen darum.

Danach trat sie zurück und betrachtete ihr Werk.

„Jetzt ist es richtig.“

Ethan richtete sich auf.

Im Spiegel sah er einen Mann, den die meisten Menschen noch immer für gefährlich, kontrolliert und unerreichbar hielten.

Doch hinter ihm füllten sich die einst leeren Räume mit Stimmen.

Auf seiner Wange leuchtete dieselbe Farbe, die seine Mutter ihm vor so vielen Jahren geschenkt hatte.

Diesmal brauchte es keine verschlossene Schatulle, um ihn daran zu erinnern.

Er öffnete selbst die Tür und ließ alle herein.