Nie Entschuldigungen, die größer klangen als seine Taten.
Eines Abends fand Nina ihn in der alten Küche.
Er betrachtete die Kerben an der Wand.
„Hier warst du fünfzehn“, sagte er.
„In dem Jahr starb mein Vater.“
„Ich war neunzehn.
Mein Vater sagte mir, Michael Castellano sei ein Verräter gewesen.“
„Und du hast ihm geglaubt.“
„Ja.“
Nina trat neben ihn.
„Wir haben beide lange in Geschichten gelebt, die andere Männer für uns geschrieben haben.“
Luca sah sie an.
„Und jetzt?“
Sie dachte an den Moment im Restaurant, als das Glas zerbrochen war und alle Waffen gezogen worden waren.
Sie hatte geglaubt, sie müsse zwischen Rache und Wahrheit wählen.
In Wirklichkeit hatte sie zwischen der Vergangenheit und ihrem eigenen Leben gewählt.
„Jetzt schreiben wir vorsichtiger“, sagte sie.
Luca berührte ihre Hand nicht.
Er wartete.
Nina war es, die den Abstand schloss.
Draußen fiel Licht durch die neuen Fenster auf den Garten, in dem die ersten Pflanzen wieder wuchsen.
Das Haus trug noch Narben.
Die Menschen darin ebenfalls.
Doch niemand versteckte sie mehr.