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Die tote Captain stand plötzlich vor dem Admiral / Chapter 2 / 7

Chapter 2 — Die tote Captain stand plötzlich vor dem Admiral

4.9Editorial score

„Weil laut Ihrem Bericht niemand von uns lange genug lebte, um etwas zu melden.“

Auf dem Flur bewegten sich Schritte.

Grayson beugte sich zum verletzten Sicherheitsmann.

„Wie viele?“

„Mindestens drei“, presste er hervor.

„Vielleicht vier.“

Sarah prüfte die Tür.

Sie war eine gewöhnliche Krankenhaustür, verstärkt, aber nicht kugelsicher.

Die elektronische Verriegelung hatte sich beim Stromausfall automatisch geschlossen.

Das würde die Männer draußen nur kurz aufhalten.

„Gibt es einen zweiten Ausgang?“, fragte Grayson.

Albeck deutete auf eine schmale Tür neben dem Schrank.

„Ein Verbindungsgang zum Untersuchungsraum.“

Sarah öffnete sie einen Spalt.

Dahinter lag ein dunkler Raum.

Eine weitere Tür führte in den Hauptflur, aber dort waren bereits Schatten zu sehen.

„Auch blockiert“, sagte sie.

Mercers Stimme kam erneut aus dem Funkgerät.

„Ich will keine Patienten gefährden, Samantha.“

Zum ersten Mal zuckte etwas in Sarahs Gesicht.

Nicht Angst.

Wut.

„Sie haben neun Menschen sterben lassen“, sagte sie.

„Der Absturz war tragisch.“

„Der Absturz war geplant.“

Dr.

Albeck blickte zwischen ihnen hin und her.

„Wovon reden Sie?“

Sarah antwortete, ohne Mercer aus den Augen zu lassen, obwohl er hinter der Tür stand.

Drei Jahre zuvor war Captain Samantha Hayes Teil eines medizinischen Evakuierungsteams gewesen.

Offiziell hatte ihre Einheit verletzte Soldaten aus einer abgelegenen Bergregion ausfliegen sollen.

Tatsächlich befand sich unter den Verwundeten ein afghanischer Verbindungsoffizier, der Beweise für einen illegalen Handel mit Waffen und medizinischer Ausrüstung gesammelt hatte.

In dem Video hatte er Namen genannt.

Amerikanische Namen.

Einer davon war Nathan Mercer.

„Wir sollten ihn nach Bagram bringen“, sagte Sarah.

„Aber unsere Route wurde geändert.

Jemand schickte uns in ein Tal, in dem wir keinen Funkkontakt und kaum Sicht hatten.“

Grayson schloss die Augen.

„Die Untersuchung sprach von einem Navigationsfehler.“

„Weil Mercer den Bericht geschrieben hat.“

Sarah erzählte nicht, wie sich die Rotorblätter angehört hatten, als sie den Fels streiften.

Sie erzählte nicht vom Geruch nach brennendem Treibstoff oder von den Schreien im Wrack.

Ihre Stimme blieb sachlich.

Der Pilot war beim Aufprall gestorben.

Zwei Soldaten erlagen innerhalb weniger Minuten ihren Verletzungen.

Sarah hatte versucht, die übrigen Verwundeten aus dem Rumpf zu ziehen, als eine zweite Explosion die linke Seite des Hubschraubers aufriss.

Die Verbrennungen an ihrer Schulter stammten davon.

Die drei parallelen Narben waren entstanden, als sie unter verbogenem Metall eingeklemmt wurde.

Einer der Sanitäter hatte sie mit einem Feldmesser freigeschnitten und einen Splitter aus ihrer Nähe zur Schlüsselbeinarterie entfernt.

„Dann kam der Funkspruch“, sagte Sarah.

„Mercer versprach eine Bergung.“

„Es gab keine?“, fragte Albeck.

„Doch.

Nur nicht für uns.“

Statt eines Rettungsteams erschienen bewaffnete Männer ohne Abzeichen.