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Die tote Captain stand plötzlich vor dem Admiral / Chapter 4 / 7

Chapter 4 — Die tote Captain stand plötzlich vor dem Admiral

4.9Editorial score

Dann kann er behaupten, eine gefährliche Flüchtige erschossen zu haben.“

Grayson verstand.

Mercer hatte drei Jahre lang eine Geschichte kontrolliert.

Er würde auch diese Nacht in eine Geschichte verwandeln, falls sie ihm die Gelegenheit gaben.

Sarah nahm stattdessen das Telefon aus Graysons Hand.

Die sichere Leitung war noch nicht hergestellt, aber das interne Krankenhausnetz funktionierte teilweise.

„Wen rufen Sie an?“, fragte er.

„Niemanden.“

Sie öffnete die Kamera und legte das Telefon so auf ein Regal, dass es den gesamten Raum erfasste.

„Ich dokumentiere.“

Ein harter Schlag traf die Tür.

Das Schloss sprang auf, doch das Bett hielt sie geschlossen.

Eine Hand schob sich durch den Spalt.

Der Jurist drückte den Feuerlöscher ab.

Weißes Pulver schoss hinaus.

Ein Mann fluchte.

Grayson und sein Begleiter warfen sich gegen das Bett.

Sarah griff nach dem Funkgerät.

„Mercer, Sie haben immer noch nicht verstanden, warum ich den Schlüssel behalten habe.“

„Weil Sie sentimental sind.“

„Nein.

Weil Sie dachten, das Schließfach enthalte nur Beweise gegen Sie.“

Eine Pause.

„Was soll es sonst enthalten?“

Sarah sah Grayson an.

„Eine automatische Freigabe.“

Mercer sagte nichts mehr.

Das Schließfach in Bagram war mit einem Totmannprotokoll verbunden.

Falls es drei Jahre lang nicht geöffnet wurde, sollte der Inhalt an drei voneinander unabhängige Empfänger übergeben werden.

Sarah hatte geglaubt, diese Frist sei längst verstrichen.

Doch weil sie offiziell für tot erklärt worden war, hatte jemand den Inhalt eingefroren, statt ihn freizugeben.

Der Schlüssel war nicht nötig, um das Schließfach zu öffnen.

Er war nötig, um die Sperre aufzuheben.

„Der Moment, in dem das System meine biometrische Signatur erkennt“, sagte Sarah, „gehen die Dateien gleichzeitig an das Verteidigungsministerium, einen Bundesrichter und zwei Redaktionen.“

Auf dem Flur wurden die Schritte hektischer.

Mercer sprach nun leiser.

„Sie bluffen.“

„Dann hätten Sie nicht selbst kommen müssen.“

Das Licht ging wieder an.

Für eine Sekunde war alles grell und weiß.

Dann ertönten aus dem Hauptflur neue Befehle.

Nicht von Mercers Männern.

Die Stimmen waren lauter, geordnet und zahlreicher.

„Bundesbehörde! Waffen fallen lassen!“

Schüsse krachten.

Glas zerbrach.

Jemand schrie.

Mercers Männer drückten ein letztes Mal gegen die Tür, doch plötzlich ließ der Widerstand nach.

Ein Körper fiel im Flur zu Boden.

Sekunden später klopfte jemand dreimal in einem festgelegten Rhythmus.

Graysons Begleiter öffnete vorsichtig.

Draußen standen bewaffnete Bundesagenten und die Sicherheitseinheit des Krankenhauses.

Zwei von Mercers Männern lagen gefesselt auf dem Boden.

Ein dritter wurde medizinisch versorgt.

Mercer war verschwunden.

„Er kennt die Versorgungsgänge“, sagte Albeck.