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Er las meinen Namen auf der Gelübdekarte – dann öffnete sich die Seitentür / Chapter 3 / 6

Chapter 3 — Er las meinen Namen auf der Gelübdekarte – dann öffnete sich die Seitentür

4.9Editorial score

„Du weißt nicht, was du da behauptest“, sagte er.

„Ich behaupte nichts.

Eine unabhängige Gutachterin hat die Unterschrift heute Nachmittag geprüft.“

Mara hob einen versiegelten Bericht.

„Ihr vorläufiges Ergebnis liegt hier.

Der Vorgang wurde an die zuständigen Stellen weitergeleitet.“

Jetzt senkten mehrere Gäste ihre Telefone.

Die Situation war nicht länger nur skandalös.

Sie war rechtlich gefährlich geworden.

Grant sah sich im Raum um, als suche er eine Tür, die noch nicht von jemandem bewacht wurde, der ihn kannte.

Sloane packte seinen Ärmel.

„Wofür war das Geld?“

Er riss sich los.

„Nicht jetzt.“

„Du hast mir gesagt, das Penthouse sei bezahlt.“

Lucinda Avery stand auf.

„Welches Penthouse?“

Sloane schloss kurz die Augen.

Sie hatte offenbar zu viel gesagt.

Mara war vorbereitet.

„Ein Apartment an der Bellevue Avenue“, erklärte sie.

„Der Kaufvertrag liegt ebenfalls in der Akte.

Als Käuferin ist Ms.

Avery eingetragen.

Die erste Zahlung sollte aus derselben Kreditlinie stammen.“

Lucindas Gesicht wurde hart.

„Sloane, du hast behauptet, Grant hätte das Apartment aus seinem persönlichen Vermögen gekauft.“

„Das hat er mir gesagt.“

„Und du hast ihm geglaubt?“

Sloane sah wieder zu mir.

Diesmal lag kein Triumph mehr in ihrem Blick.

Nur Berechnung.

„Vielleicht wusste ich nicht, was er tat“, sagte sie.

„Vielleicht bin ich genauso getäuscht worden wie Evelyn.“

Ich ließ einige Sekunden vergehen.

Dann nickte ich dem Techniker am Rand des Ballsaals zu.

Die Beleuchtung wurde gedimmt.

Auf der großen Leinwand hinter dem Altar verschwand das goldene Monogramm von Grant und Sloane.

Stattdessen erschien ein Standbild aus einer Hotelsuite.

Grant saß an einem Tisch.

Sloane stand hinter ihm.

Zwischen ihnen lag der Kreditantrag mit meiner gefälschten Unterschrift.

Sloane wich einen Schritt zurück.

„Woher hast du das?“

„Von dem Telefon, das Grant in seiner Reisetasche versteckt hat.“

Grant drehte sich zu ihr.

„Du hast das aufgenommen?“

„Dein Telefon hat aufgenommen“, sagte ich.

„Offenbar war die Kamera noch eingeschaltet.“

Mara drückte auf die Fernbedienung.

Das Video begann.

Grant war zuerst zu hören.

„Sobald Evelyn die Vollmacht unterschreibt, kann ich die Anteile als Sicherheit einsetzen.“

Sloane beugte sich über den Tisch.

„Und wenn sie nicht unterschreibt?“

„Dann unterschreibt sie eben, ohne es zu wissen.“ Einige Gäste wandten den Blick ab.