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Sie verspotteten seine Höhle – dann begrub der Schnee ihr Haus / Chapter 1 / 7

Chapter 1 — Sie verspotteten seine Höhle – dann begrub der Schnee ihr Haus

4.9Editorial score

Der erste Schneeblock schlug gegen den Höhleneingang wie eine Faust.

Micah hatte Conrads Tochter gerade über die Schwelle gezogen, als die Tür aus ihren Lederscharnieren sprang.

Schnee schoss in den vorderen Gang.

Eli packte den Jungen der Pikes am Mantel und zog ihn tiefer hinein.

Conrad schob seine Frau vor sich her, dann warf er sich selbst durch den enger werdenden Spalt.

Einer der Knechte schaffte es im letzten Augenblick.

Der andere wurde von der Schneemasse gegen den Türrahmen gedrückt.

Micah griff nach seinem Handgelenk, stemmte beide Füße gegen den Steinboden und zog, bis der Mann mit einem Schrei in die Höhle rutschte.

Dann verschwand der Eingang.

Die Tür krachte zu Boden.

Dunkelheit füllte den Gang.

Für einige Sekunden hörte man nur keuchende Atemzüge, das Wimmern von Conrads Tochter und das tiefe Knirschen des Schnees, der sich draußen setzte.

Micah tastete nach der Laterne.

Der Docht fing beim zweiten Versuch Feuer.

Das schwache Licht glitt über sechs bleiche Gesichter.

Conrad kniete im Dreck.

Sein Bart war voller Eis, seine Hände waren blau vor Kälte.

Neben ihm lag Sarahs Zedernholztruhe, die er selbst durch den Sturm getragen hatte.

Seine Frau Miriam hielt die zehnjährige Ruth im Arm.

Das Mädchen war wach, reagierte jedoch kaum.

Ihr jüngerer Bruder Peter zitterte so stark, dass seine Zähne hörbar aufeinanderschlugen.

Auch die beiden Knechte waren wiederzuerkennen.

Nate war der Mann, der gelacht hatte, als Conrad Micah und Eli auf dem kahlen Hang zurückließ.

Der ältere, Jacob, hatte damals geschwiegen und zu Boden gesehen.

Jetzt lachte keiner von ihnen.

„Zum Feuer“, sagte Micah.

Conrad sah zur verschütteten Öffnung.

„Wir müssen die Tür freigraben.“

„Wenn du jetzt gräbst, löst du den Rest des Hangs.“

„Du weißt nicht, wie viel Schnee dort liegt.“

„Fast zweieinhalb Meter, bevor der Block kam.

Jetzt mehr.“

Conrad richtete sich auf.

Selbst halb erfroren versuchte er, wie der Besitzer des Ortes zu klingen.

„Das ist mein Land.“

Micah legte Ruth auf die erhöhte Schlafbank und zog ihre nassen Stiefel aus.

„Dann befiehl deinem Land, warm zu werden.“

Jacob drehte den Kopf weg.

Nate starrte auf seine Hände.

Micah wickelte Ruth in zwei trockene Decken.

Er legte keine heißen Steine direkt an ihre Haut, sondern schlug erwärmte, nur handwarme Steine in Stoff und schob sie neben ihren Körper.

Miriam rieb die Hände ihrer Tochter und flüsterte immer wieder ihren Namen.

Eli stellte den eisernen Topf über das Feuer.

Ohne dass Micah etwas sagen musste, füllte er Wasser hinein und gab eine kleine Menge Maismehl dazu.

Peter beobachtete ihn.

„Ist es hier immer so warm?“

Eli schüttelte den Kopf.

„Nicht warm.

Nur nicht tödlich.“

Conrad hörte den Satz.

Er ging langsam durch den beleuchteten Teil der Höhle.

Seine Augen folgten der niedrigen Steinmauer, den Regalen, den angehobenen Schlafstellen und der Rinne, die Micah für Schmelzwasser gegraben hatte.

Über dem Feuer neigte sich der Rauch zum schmalen Riss in der Decke und verschwand.

„Wie lange hast du das alles geplant?“, fragte er.

„Seit du uns hier abgeladen hast.“

„Du konntest nicht wissen, dass so ein Sturm kommt.“ Micah legte zwei Finger an einen Wollfaden, der vor einer schmalen Felsspalte hing.