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Sie verspotteten seine Höhle – dann begrub der Schnee ihr Haus / Chapter 4 / 7

Chapter 4 — Sie verspotteten seine Höhle – dann begrub der Schnee ihr Haus

4.9Editorial score

„Sie ist ebenfalls bedeckt, aber nicht dicht.

Darum bekommen wir Luft.“

„Kann Eli hindurch?“, fragte Conrad.

Micahs Blick wurde kalt.

„Mein Sohn kriecht nicht allein in einen unbekannten Schacht, damit du früher aus der Höhle kommst.“

„Ich habe nur gefragt.“

„Du hast bereits entschieden, welches Kind das Risiko tragen soll.“

Conrad antwortete nicht.

Am Abend wurden die Rationen kleiner.

Micah hatte Vorräte für zwei Menschen und einen Hund angelegt, nicht für neun.

Conrad hatte eine Ledertasche aus seinem Haus gerettet.

Darin lagen Geld, zwei silberne Uhren, Besitzurkunden und ein Bündel Banknoten.

Kein Essen.

Eli betrachtete die Scheine.

„Kann man die kochen?“

Miriam musste trotz ihrer Erschöpfung lachen.

Selbst Jacob lächelte.

Conrad stopfte das Geld zurück in die Tasche.

Micah teilte den letzten Rest Maisbrei aus.

„Morgen schlachten wir keinen Stolz“, sagte er.

„Also hoffen wir, dass der Sturm nachlässt.“

In der Nacht erwachte Micah und sah Conrad allein bei der Truhe sitzen.

Der Umschlag lag in seinen Händen.

„Das Siegel ist noch ganz“, sagte Conrad.

Micah setzte sich ihm gegenüber.

„Was weißt du?“

Conrad starrte ins Feuer.

„Sarah war immer schwach auf der Lunge.

Schon als Kind.

Nach jedem Winter lag sie wochenlang im Bett.“

„Das wusste ich.“

„Der Arzt sagte im Herbst, eine weitere schwere Krankheit könnte sie töten.“

Micah spürte, wie etwas in ihm still wurde.

„Wann sagte er das?“

„Bevor sie krank wurde.“

„Zu wem?“

Conrad schloss die Augen.

„Zu mir.“

Micah nahm den Umschlag nicht.

„Weiter.“

„Sarah kam drei Tage vor ihrem Tod zu mir.

Sie wollte meinen Wagen.

Du wolltest zum Arzt in die Kreisstadt.“

Micah erinnerte sich.

Sarah hatte gesagt, Conrad brauche seine Pferde für die letzten Erntewagen.

Sie hatte versucht, ihren Bruder zu verteidigen, obwohl sie kaum noch stehen konnte.

„Du hast Nein gesagt.“

„Ein Sturm zog auf.

Die Straße war schlecht.“

„Und zwei Tage später bist du mit demselben Gespann zum Markt gefahren.“

Conrad sah ihn endlich an.

„Ja.“

Das Wort war kaum hörbar.

Micah dachte an die brennenden Möbel, an Sarahs Atem, an Eli, der in jener Nacht in der Ecke saß und sich die Ohren zuhielt.

„Du wusstest, dass das Feuer nicht schuld war.“

„Ich wusste, dass es nicht nur das Feuer war.“