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Sie verspotteten seine Höhle – dann begrub der Schnee ihr Haus / Chapter 3 / 7

Chapter 3 — Sie verspotteten seine Höhle – dann begrub der Schnee ihr Haus

4.9Editorial score

Trotzdem wich er keinen Schritt zurück.

„In Papas Höhle schon.“

Jacob hustete in seine Faust, um ein beinahe hörbares Lachen zu verbergen.

Nate sah Conrad nicht an.

Conrad setzte sich wieder.

In dieser Nacht schlief niemand lange.

Der Berg knackte und ächzte.

Von draußen kam gelegentlich ein dumpfes Donnern, wenn weitere Schneemassen den Hang hinabglitten.

Micah hielt das Feuer klein.

Zu viel Hitze hätte Holz verschwendet und die Luft verbraucht.

Er prüfte regelmäßig die Flamme der Laterne und den Wollfaden.

Beides zeigte ihm, dass der natürliche Luftzug noch funktionierte.

Gegen Morgen öffnete Ruth die Augen richtig.

„Mama?“

Miriam brach in Tränen aus und drückte die Stirn an die ihrer Tochter.

Conrad wandte sich ab.

Micah sagte nichts.

Er legte nur ein weiteres Stück Holz ins Feuer.

Am zweiten Tag wollte Conrad nicht länger warten.

Während Micah mit Jacob den hinteren Gang untersuchte, nahm Conrad eine Schaufel und begann am verschütteten Eingang zu graben.

Nach wenigen Stößen rieselte Schnee von oben.

Dann löste sich ein schwerer, verdichteter Block und traf Nate an der Schulter.

Micah sprang heran, riss Conrad die Schaufel aus der Hand und zog Nate frei.

„Noch ein halber Meter, und du begräbst uns alle.“

Conrad packte den Schaufelstiel.

„Meine Familie sitzt in einem Loch.“

„Deine Familie lebt in diesem Loch.“

„Weil mein Haus eingestürzt ist.“

„Nein.

Weil du rechtzeitig hierhergekommen bist.“

Conrads Augen wurden hart.

„Du genießt das.“

Micah ließ den Schaufelstiel los.

„Meine Frau ist tot.

Mein Sohn hat sein Zuhause verloren.

Ich füttere den Mann, der ihm gesagt hat, der Schnee solle ihn fressen.

Nichts daran genieße ich.“

Nate senkte den Kopf.

„Ich habe gelacht“, sagte er leise.

Conrad fuhr zu ihm herum.

Nate rieb seine verletzte Schulter.

„Als Sie die Sachen vom Wagen geworfen haben.

Ich habe gelacht.“

Micah sah ihn an.

„Ich weiß.“

„Es tut mir leid.“

„Dann hilf Jacob beim Holz.“

Es war keine Vergebung.

Aber es war Arbeit, und Arbeit hielt Menschen davon ab, an Angst zu zerbrechen.

Sie fanden den hinteren Luftweg am Nachmittag.

Hinter dem Basaltvorsprung führte ein enger Riss schräg nach oben.

Ein Erwachsener hätte nicht hindurchgepasst, doch der Luftstrom war deutlich.

Micah schob eine lange Stange hinein.

Nach mehreren Metern stieß sie auf etwas Weiches.

Schnee.

„Die Öffnung liegt weiter oben am Hang“, erklärte er.